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Lust und Last am Ehrenamt



Ehrenamtliche Arbeit macht Spaß ! Ob im Musikverein, bei der Feuerwehr oder wie bei uns im Fußballverein engagieren sich viele Menschen in Ihrer Freizeit mit Herz und Leidenschaft dafür, den Mitgliedern ein tolles Umfeld zu bieten, sich wohl zu fühlen und optimale Voraussetzungen zu schaffen ihrem Hobby nachzugehen. Darüberhinaus stärkt ein gut funktionierendes Vereinsleben den Gemeinschaftssinn und den Zusammenhalt, was vor allem den jüngeren Mitgliedern, also der Jugend nachhaltiges Beispiel dafür sein kann und sollte, dass es nur dann funktionieren kann wenn alle an einem Strang ziehen. Lohn eines jeden Ehrenamtlers sind nicht die Zahlen auf dem Konto, sondern glückliche, zufriedene und auch sich weiterentwickelnde Mitglieder, die bei vielem Üben auch den gewünschten, in unserem Fall, sportlichen Erfolg haben können und sich auch ein Stück weit zu Hause fühlen.


Leider hat das Ehrenamt wie alles im Leben auch eine zweite, etwas anstrengendere Seite, nämlich dann, wenn im Verein vermeintlich etwas nicht so läuft, wie es sich z.b. die Eltern der Jugendspieler*innen so vorstellen und wünschen. In der heutigen Zeit in der wir leben, schaut jeder gerne in erster Linie auf sich und seine Interessen, Stichwort "Inseldenken", ohne auch mal den gegenüber z.B. Trainer, Verein zu verstehen oder verstehen zu wollen. Da wird z.b. bei zeitweisen, zur Schonung der Spielfelder gesperrten Sportplätzen sofort mit Vereinswechsel, boykottieren der Arbeitseinsätze beim Sportfest oder sogar die Rückforderung von Beiträgen verlangt ! Ist der Verein mit dem Ablauf, Art und Weise von Vereinswechseln mal nicht einverstanden und nimmt sich das legitime Recht heraus auch mal Spieler zu sperren, was in gar keinem Fall die Regel ist und auch nicht sein sollte, sind sich die Vereinsverantwortlichen einem nicht für möglich gehaltenen Sturm der Entrüstung ausgesetzt. Das geht von permanenten Telefonanrufen, bis hin zur Androhung von Inanspruchnahme von Anwälten, oder dem Einschalten der regionalen Presse. Hier fragen sich dann mittlerweile viele ehrenamtliche Helfer, ob sie sich solchen Auseinandersetzungen in ihrer Freizeit überhaupt noch aussetzen sollen. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass mittlerweile in vielen Vereinen ehrenamtlich tätige Menschen fehlen und wie bei uns im Sportverein teilweise nicht alle Spieler*innen mit Trainern, Betreuern etc. versorgt, oder nicht alle Posten in der Verwaltung besetzt werden können. Aber auch Vereine unterliegen Zwängen, aus denen heraus Entscheidungen getroffen werden müssen, die auch mal nicht jedem gefallen, selbst den handelnden Personen ebenfalls nicht, leider Gottes aber sein müssen. Da das oben erwähnte Inseldenken aber verbietet, sich einmal in die Position des Anderen hineinzuversetzen, geht man halt auf die Barrikaden und versucht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln SEIN gutes Recht durchzupauken.


Es wäre wünschenswert wenn nicht immer nur in der Werbung versucht wird "das Ehrenamt zu stärken", sondern vor allem auch die von ehrenamtlichen Helfern profitierenden Mitglieder versuchen zu verstehen, das hier für sich oder z.b. ihre Kinder viel Freizeit geopfert wird, um ein funktionierendes Umfeld im Verein bieten zu können.


Ein Mitglied der Jugendverwaltung des FV Linkenheim 1919 e.V.

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